Lebensmittel mit hohem Puringehalt
Lebensmittel, die reich an Purinen sind, können die Harnsäurespiegel im Körper signifikant erhöhen und Gichtanfälle auslösen. Purine sind natürlich vorkommende Substanzen, die in vielen Lebensmitteln vorkommen und während der Verdauung in Harnsäure umgewandelt werden. Lebensmittel mit hohem Puringehalt umfassen Innereien, Wildfleisch, einige Meeresfrüchte (wie Sardinen und Miesmuscheln) und bestimmte Gemüsesorten (wie Spinat und Spargel). Der Verzehr dieser Lebensmittel in Maßen ist entscheidend, um Gichtsymptome zu kontrollieren. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie ergab, dass ein höherer Fleisch- und Meeresfrüchtekonsum mit einem erhöhten Gichtrisiko verbunden ist, während der Milchkonsum umgekehrt mit einem geringeren Gichtrisiko assoziiert war [1].
Referenzen:
[1] Choi, H. K., Atkinson, K., Karlson, E. W., Willett, W., & Curhan, G. (2004). Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of gout in men. New England Journal of Medicine, 350(11), 1093-1103.
Rotes Fleisch
Ein hoher Verzehr von rotem Fleisch kann die Harnsäurewerte signifikant erhöhen und Gichtanfälle auslösen. Rotes Fleisch ist reich an Purinen, die während der Verdauung in Harnsäure umgewandelt werden. Darüber hinaus enthält rotes Fleisch hohe Mengen an gesättigten Fetten, die die Fähigkeit des Körpers, Harnsäure effizient auszuscheiden, beeinträchtigen können. Auch der Eisengehalt in rotem Fleisch kann eine Rolle spielen, da er den oxidativen Stress und die Entzündung erhöhen kann, was die Gichtsymptome möglicherweise verschlimmert. Eine prospektive Studie, die in den Annals of the Rheumatic Diseases veröffentlicht wurde, ergab, dass eine höhere Aufnahme von rotem Fleisch mit einem erhöhten Gichtrisiko verbunden ist, wobei Teilnehmer im höchsten Quintil des Fleischkonsums ein 41% höheres Risiko hatten als diejenigen im niedrigsten Quintil [1]. Eine weitere Studie in Arthritis Research & Therapy zeigte, dass der Ersatz einer Portion roten Fleisches pro Tag durch andere Proteinquellen mit einem geringeren Gichtrisiko verbunden war [2].
Referenzen:
[1] Choi, H. K., Atkinson, K., Karlson, E. W., Willett, W., & Curhan, G. (2004). Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of gout in men. Annals of the Rheumatic Diseases, 63(1), 29-35.
[2] Rai, S. K., Fung, T. T., Lu, N., Keller, S. F., Curhan, G. C., & Choi, H. K. (2017). The Dietary Approaches to Stop Hypertension (DASH) diet, Western diet, and risk of gout in men: prospective cohort study. BMJ, 357, j1794.
Meeresfrüchte
Bestimmte Arten von Meeresfrüchten enthalten viele Purine und können bei empfindlichen Personen Gichtanfälle auslösen. Obwohl Meeresfrüchte im Allgemeinen als gesunde Proteinquelle gelten, enthalten einige Sorten hohe Mengen an Purinen, die die Harnsäureproduktion im Körper signifikant erhöhen können. Zu den purinreichen Meeresfrüchten gehören Anchovis, Sardinen, Miesmuscheln, Jakobsmuscheln, Forellen und Thunfisch. Der Mechanismus, durch den Meeresfrüchte das Gichtrisiko erhöhen, ähnelt dem von rotem Fleisch, wobei Purine in Harnsäure umgewandelt werden. Allerdings können die in vielen Fischarten enthaltenen Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmende Vorteile haben, was die Beziehung zwischen Meeresfrüchtekonsum und Gicht verkompliziert. Eine Studie, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, fand heraus, dass ein höherer Meeresfrüchtekonsum mit einem erhöhten Gichtrisiko verbunden ist, wobei jede zusätzliche wöchentliche Portion das Risiko um 7 % erhöht [1]. Eine weitere Studie in Arthritis & Rheumatology deutete darauf hin, dass der Verzehr von Meeresfrüchten zwar das Gichtrisiko erhöhen kann, sie aber auch eine schützende Wirkung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Gichtpatienten haben können [2].
Referenzen:
[1] Choi, H. K., Atkinson, K., Karlson, E. W., Willett, W., & Curhan, G. (2004). Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of gout in men. New England Journal of Medicine, 350(11), 1093-1103.
[2] Zhang, Y., Chen, C., Choi, H., Chaisson, C., Hunter, D., Niu, J., & Neogi, T. (2012). Purine-rich foods intake and recurrent gout attacks. Annals of the Rheumatic Diseases, 71(9), 1448-1453.