Rotes Fleisch
Ein hoher Verzehr von rotem Fleisch kann die Harnsäurewerte signifikant erhöhen und Gichtanfälle auslösen. Rotes Fleisch ist reich an Purinen, die während der Verdauung in Harnsäure umgewandelt werden. Darüber hinaus enthält rotes Fleisch hohe Mengen an gesättigten Fetten, die die Fähigkeit des Körpers, Harnsäure effizient auszuscheiden, beeinträchtigen können. Auch der Eisengehalt in rotem Fleisch kann eine Rolle spielen, da er den oxidativen Stress und die Entzündung erhöhen kann, was die Gichtsymptome möglicherweise verschlimmert. Eine prospektive Studie, die in den Annals of the Rheumatic Diseases veröffentlicht wurde, ergab, dass eine höhere Aufnahme von rotem Fleisch mit einem erhöhten Gichtrisiko verbunden ist, wobei Teilnehmer im höchsten Quintil des Fleischkonsums ein 41% höheres Risiko hatten als diejenigen im niedrigsten Quintil [1]. Eine weitere Studie in Arthritis Research & Therapy zeigte, dass der Ersatz einer Portion roten Fleisches pro Tag durch andere Proteinquellen mit einem geringeren Gichtrisiko verbunden war [2].
Referenzen:
[1] Choi, H. K., Atkinson, K., Karlson, E. W., Willett, W., & Curhan, G. (2004). Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of gout in men. Annals of the Rheumatic Diseases, 63(1), 29-35.
[2] Rai, S. K., Fung, T. T., Lu, N., Keller, S. F., Curhan, G. C., & Choi, H. K. (2017). The Dietary Approaches to Stop Hypertension (DASH) diet, Western diet, and risk of gout in men: prospective cohort study. BMJ, 357, j1794.
Meeresfrüchte
Bestimmte Arten von Meeresfrüchten enthalten viele Purine und können bei empfindlichen Personen Gichtanfälle auslösen. Obwohl Meeresfrüchte im Allgemeinen als gesunde Proteinquelle gelten, enthalten einige Sorten hohe Mengen an Purinen, die die Harnsäureproduktion im Körper signifikant erhöhen können. Zu den purinreichen Meeresfrüchten gehören Anchovis, Sardinen, Miesmuscheln, Jakobsmuscheln, Forellen und Thunfisch. Der Mechanismus, durch den Meeresfrüchte das Gichtrisiko erhöhen, ähnelt dem von rotem Fleisch, wobei Purine in Harnsäure umgewandelt werden. Allerdings können die in vielen Fischarten enthaltenen Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmende Vorteile haben, was die Beziehung zwischen Meeresfrüchtekonsum und Gicht verkompliziert. Eine Studie, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, fand heraus, dass ein höherer Meeresfrüchtekonsum mit einem erhöhten Gichtrisiko verbunden ist, wobei jede zusätzliche wöchentliche Portion das Risiko um 7 % erhöht [1]. Eine weitere Studie in Arthritis & Rheumatology deutete darauf hin, dass der Verzehr von Meeresfrüchten zwar das Gichtrisiko erhöhen kann, sie aber auch eine schützende Wirkung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Gichtpatienten haben können [2].
Referenzen:
[1] Choi, H. K., Atkinson, K., Karlson, E. W., Willett, W., & Curhan, G. (2004). Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of gout in men. New England Journal of Medicine, 350(11), 1093-1103.
[2] Zhang, Y., Chen, C., Choi, H., Chaisson, C., Hunter, D., Niu, J., & Neogi, T. (2012). Purine-rich foods intake and recurrent gout attacks. Annals of the Rheumatic Diseases, 71(9), 1448-1453.
Zuckerhaltige Getränke
Fructosehaltige Getränke können die Harnsäureproduktion erhöhen und Gichtanfälle auslösen. Fructose, eine Art Zucker, die in gesüßten Getränken, Limonaden und Fruchtsäften häufig vorkommt, wird anders verstoffwechselt als andere Zuckerarten. Während des Fructosestoffwechsels wird ATP (Adenosintriphosphat) schnell verbraucht, was zu einer erhöhten Produktion von Harnsäure als Nebenprodukt führt. Darüber hinaus kann Fructose die Purinproduktion in der Leber anregen, was weiter zu erhöhten Harnsäurewerten beiträgt. Zuckerhaltige Getränke können das Gichtrisiko auch indirekt erhöhen, indem sie zur Gewichtszunahme und Insulinresistenz beitragen. Eine prospektive Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, fand heraus, dass der Konsum von zuckerhaltigen Limonaden mit einem erhöhten Gichtrisiko verbunden ist, wobei zwei oder mehr Portionen pro Tag das Risiko um 85 % im Vergleich zu weniger als einer Portion pro Monat erhöhen [1]. Eine weitere Studie in Arthritis & Rheumatology zeigte, dass der Fructosekonsum mit einem erhöhten Risiko für wiederkehrende Gichtanfälle verbunden war [2].
Referenzen:
[1] Choi, H. K., & Curhan, G. (2008). Soft drinks, fructose consumption, and the risk of gout in men: prospective cohort study. BMJ, 336(7639), 309-312.
[2] Nguyen, S., Choi, H. K., Lustig, R. H., & Hsu, C. Y. (2009). Sugar-sweetened beverages, serum uric acid, and blood pressure in adolescents. The Journal of Pediatrics, 154(6), 807-813.