Dehydrierung
Eine unzureichende Wasseraufnahme kann zu einer höheren Konzentration von Harnsäure im Blut führen, wodurch das Risiko von Gichtanfällen steigt. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend für eine optimale Nierenfunktion, die für das Filtern und Ausscheiden von Harnsäure aus dem Körper verantwortlich ist. Bei Dehydration speichert der Körper Wasser, was zu konzentrierterem Urin und einer verringerten Harnsäureausscheidung führt. Zusätzlich kann Dehydration die Produktion von Stresshormonen erhöhen, die indirekt die Harnsäurewerte beeinflussen können. Eine in Arthritis Research & Therapy veröffentlichte Studie ergab, dass eine ausreichende Wasserzufuhr mit einem geringeren Risiko für wiederkehrende Gichtanfälle verbunden ist, was die Bedeutung einer guten Hydratation für das Gichtmanagement unterstreicht [1].
Referenzen:
[1] Neogi, T., Chen, C., Niu, J., Chaisson, C., Hunter, D. J., & Zhang, Y. (2014). Relation of temperature and humidity to the risk of recurrent gout attacks. American Journal of Epidemiology, 180(4), 372-377.
Stress
Hoher Stress kann bei einigen Personen Gichtanfälle auslösen, indem er verschiedene physiologische Mechanismen aktiviert. Stress aktiviert die 'Kampf-oder-Flucht'-Reaktion des Körpers und setzt Hormone wie Cortisol und Adrenalin frei. Diese Stresshormone können die Entzündung im Körper erhöhen und die Nierenfunktion beeinträchtigen, was möglicherweise zu einer verringerten Harnsäureausscheidung führt. Darüber hinaus kann Stress indirekt zur Gicht beitragen, indem er Verhaltensweisen wie schlechte Ernährungsentscheidungen, erhöhten Alkoholkonsum oder gestörte Schlafmuster beeinflusst, die alle die Harnsäurewerte beeinflussen können. Eine in Arthritis Research & Therapy veröffentlichte Studie ergab, dass psychologischer Stress mit einem erhöhten Risiko für wiederkehrende Gichtanfälle verbunden ist, wobei das höchste Risiko 2 Tage nach einem stressigen Ereignis beobachtet wurde [1]. Stressmanagement durch Techniken wie Meditation, Sport oder Beratung kann helfen, die Häufigkeit von Gichtanfällen zu reduzieren.
Referenzen:
[1] Abdulaziz, S., Dalbeth, N., Kalluru, R., & Gow, P. (2021). The impact of psychological stress on gout: a case-crossover study. Arthritis Research & Therapy, 23(1), 132.
Alter
Das Risiko, an Gicht zu erkranken, steigt mit dem Alter, insbesondere bei Männern, aufgrund verschiedener physiologischer Veränderungen, die im Laufe der Zeit auftreten. Mit zunehmendem Alter nimmt die Nierenfunktion auf natürliche Weise ab, was möglicherweise die Effizienz der Harnsäureausscheidung verringert. Hormonelle Veränderungen, insbesondere der Rückgang des Östrogens bei postmenopausalen Frauen, können die Harnsäurewerte beeinflussen. Ältere Menschen haben auch häufiger Komorbiditäten, die das Gichtrisiko erhöhen, wie Bluthochdruck und Diabetes. Darüber hinaus können die kumulativen Auswirkungen von Lebensstilfaktoren und einer langjährigen Exposition gegenüber purinreicher Nahrung zum altersbedingten Anstieg des Gichtrisikos beitragen. Eine groß angelegte epidemiologische Studie, die in Arthritis Research & Therapy veröffentlicht wurde, ergab, dass die Prävalenz von Gicht mit dem Alter signifikant anstieg, wobei die höchsten Raten bei Personen über 80 Jahren beobachtet wurden [1]. Eine weitere Studie im Journal of Rheumatology zeigte, dass die Inzidenz von Gicht bei Männern bis zum Alter von etwa 70 Jahren und bei Frauen bis zum Alter von etwa 50 Jahren linear ansteigt [2]. Obwohl das Alter ein nicht veränderbarer Risikofaktor ist, kann das Bewusstsein für dieses erhöhte Risiko älteren Menschen und ihren Gesundheitsdienstleistern helfen, geeignete Präventionsstrategien zu entwickeln.
Referenzen:
[1] Kuo, C. F., Grainge, M. J., Mallen, C., Zhang, W., & Doherty, M. (2015). Rising burden of gout in the UK but continuing suboptimal management: a nationwide population study. Annals of the Rheumatic Diseases, 74(4), 661-667.
[2] Maynard, J. W., McAdams DeMarco, M. A., Baer, A. N., Köttgen, A., Folsom, A. R., Coresh, J., & Gelber, A. C. (2012). Incident gout in women and association with obesity in the Atherosclerosis Risk in Communities (ARIC) Study. The American Journal of Medicine, 125(7), 717-e9.