
Familiäre Vorgeschichte
Eine familiäre Vorgeschichte von Gicht kann das Risiko, an dieser Erkrankung zu leiden, erheblich erhöhen, was sie zu einem wichtigen nicht veränderbaren Risikofaktor macht. Mehrere Gene, die den Harnsäurestoffwechsel, den Transport und die Ausscheidung beeinflussen, wurden identifiziert. Zum Beispiel können Variationen in den Genen SLC2A9 und ABCG2 die Harnsäurewerte und das Gichtrisiko beeinflussen. Erbliche Stoffwechselstörungen wie das Lesch-Nyhan-Syndrom oder eine überaktive Phosphoribosylpyrophosphat (PRPP)-Synthetase können ebenfalls zu einer übermäßigen Harnsäureproduktion führen. Die Erblichkeit von Gicht wird auf 35-40 % geschätzt, was auf eine starke genetische Komponente hinweist. Personen mit einer familiären Vorgeschichte von Gicht können eine genetische Veranlagung zur Hyperurikämie haben und sind daher anfälliger für Umwelt- und Lebensstilfaktoren. Eine groß angelegte Studie, die in den Annals of the Rheumatic Diseases veröffentlicht wurde, ergab, dass das Risiko, an Gicht zu erkranken, bei Personen mit einem Verwandten ersten Grades, der an Gicht leidet, um das 1,91-fache erhöht war [1]. Eine weitere Studie in Nature Genetics identifizierte mehrere genetische Loci, die mit dem Gichtrisiko assoziiert sind und die komplexe genetische Architektur der Krankheit beleuchten [2]. Während genetische Faktoren nicht verändert werden können, kann das Bewusstsein für eine familiäre Vorgeschichte helfen, vorbeugende Strategien zu entwickeln. Referenzen: [1] Kuo, C. F., Grainge, M. J., See, L. C., Yu, K. H., Luo, S. F., Zhang, W., & Doherty, M. (2015). Familial aggregation of gout and relative genetic and environmental contributions: a nationwide population study in Taiwan. Annals of the Rheumatic Diseases, 74(2), 369-374. [2] Köttgen, A., Albrecht, E., Teumer, A., Vitart, V., Krumsiek, J., Hundertmark, C., ... & Gieger, C. (2013). Genome-wide association analyses identify 18 new loci associated with serum urate concentrations. Nature Genetics, 45(2), 145-154.
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